Sport ist Mord III

Wie ich feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, Konzertkarten via Internet zu verkaufen. Die meisten normalen Portale blockieren den Verkauf von Tickets und verweisen gern auf ihre speziellen Ticket­verkaufs­plattformen. Dort wird man entweder mit hohen oder intrans­parenten Bearbeitungs­kosten konfrontiert, oder man hat, sobald man die Tickets dort ein­gestellt hat, keine Möglichkeit mehr, sie ander­weitig anzubieten. Alles recht unbe­friedigend. Im privaten Umfeld fand sich niemand, der sie hätte haben wollen – irgendwie teilt wohl niemand unseren Musikgeschmack…

Die Lösung ergab sich bei der OP-Vorbesprechung. Der Chirurg untersuchte, testete, und eröffnete mir, dass man bei der Vielzahl an Dingen, die man flicken, entfernen und verlegen müsste, die OP besser nicht ambulant durchführen wolle. Allein wegen der Dauer der OP und der Schmerzen danach. Und der großen Narbe. Ich wartete also trübsinnig auf die Nachricht, wann denn eine stationäre OP möglich sei. Die Mitarbeiterin teilte mir dann mit, dass sich das Ganze um weitere zwei Wochen verschieben würde. Und ich dachte „Yay, ich kann doch zum Konzert!“ Man muss halt immer das Positive sehen.

Mitte Juni, nachdem ich sechs Wochen mit baumelndem, praktisch unbrauch­barem linkem Arm herumgelaufen war, fand dann also die OP statt. Man glaubt ja nicht, wie umständlich viele Dinge sind, wenn man nur einen Arm benutzen kann… Wenn die einzigen Kleidungs­stücke. die man halbwegs problemlos anbekommt, Sport­hosen und labbrige T-Shirts sind, mag man auch nicht häufiger unter­wegs sein als unbedingt nötig. Wer mal versucht hat, eine Jeans ein­händig hoch­zu­ziehen und zu schließen, weiß, wovon ich spreche. Aber hey, wenn man das Alter für einen positiven Bleistift­test hat, kann man sogar einen BH einhändig anziehen 🙂 . An der Supermarkt­kasse bekomme ich immer von den Kassiere­rinnen das Geld ins Porte­monnaie und die Einkäufe in den Rucksack gepackt.

Aber was soll ich sagen: übermorgen ist die Zeit der Schulterbandage vorbei und ich kann drei Monate nach dem Unfall in die Physio­therapie starten. Irritierend ist, dass jeder, der jemanden kennt, der sowas auch schon mal hatte, erst mal ganz betroffen sagt „oh, das dauert ja richtig lange, bis man wieder fit ist. So sechs bis neun Monate…“. Ich bin dann immer ganz begeistert und frage mich, warum ich in ähnlichen Fällen immer so rücksichtsvoll mit Katastrophenberichten bin.

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