Sport ist Mord II

Mit der MRT-gesicherten Diagnose hat mein Orthopäde nun – „in Ihrem Alter lohnt das noch“ – eine Operation empfohlen. Wie schön, wenn die Lebenserwartung noch eine OP rechtfertigt, wo doch sonst die erfreulichen Begebenheiten mit dem Alter seltener werden. Er empfahl mir drei Ärzte bzw. Krankenhäuser, dort sollte ich mich um einen OP-Termin bemühen (haben in der guten alten Zeit, vor der Gesundheitsreform, nicht die Ärzte selbst einem den OP-Termin vereinbart?). „Und lassen Sie sich nicht auf einen Termin zur Schulter­sprech­stunde vertrösten, sondern sagen Sie, dass die OP möglichst innerhalb der nächsten zwei Wochen erfolgen soll“, gab er mir noch mit auf den Weg. Ich sollte erwähnen, dass es Mitte Mai war.

Gesagt, getan, ich rief also das erste Krankenhaus an, und die Mitarbeiterin bot mir prompt einen Termin zur Schulter­sprech­stunde genau drei (!) Wochen später an. Meinen Hinweis, es handele sich um einen Unfall, diverse Unter­suchungen seien schon gemacht und mein Arzt halte eine kurz­fristige OP für notwendig, konterte die gute Frau elegant mit „tja, es ist halt bei den meisten Patienten dringend“. Immerhin hat sie vorher nicht gefragt, ob ich privat oder gesetzlich versichert bin. Also ausnahmsweise keine Kassen­­patienten­­diskriminierung…

Bei der nächsten Telefonnummer ging niemand ans Telefon. Also bin ich direkt in die Praxis gefahren (mit dem Zug in den Nachbarort, ich war ja krank­geschrieben und hatte Zeit). Dort habe ich mein Sprüchlein aufgesagt, und die freundliche Mitarbeiterin verkündete nach einem Blick in den Kalender strahlend, Anfang Juni sei noch ein Termin für eine ambulante OP frei, sie trage mich da mal ein. Ich müsste mich dann ein paar Tage vorher zur Vor­unter­suchung einfinden und noch eine Blut­untersuchung bei meiner Hausärztin machen lassen. Außerdem bekam ich noch eine Telefon­durchwahl zugesteckt, bei der der Anruf nicht ins Leere läuft…

Verdammt, fiel mir auf dem Rückweg ein, wir wollen 10 Tage nach der OP auf ein Konzert, die Karten haben über 100 Euro pro Stück gekostet. Was tun? Ich war mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, relativ frisch operiert im Gedränge herumgeschubst zu werden, wollte aber nicht bis zum letzten Tag mit der Entscheidung warten. Eine Ticket­versicherung hatten wir nicht. Ich erinnerte mich noch genau an den Tonfall, in dem ich beim Ticket­kauf verkündet hatte: „Versicherung? Brauchen wir nicht. So krank kann ich gar nicht sein, dass ich das Konzert ausfallen lasse!“. Wieder was gelernt, in Zukunft schließen wir für teure Tickets immer eine Versicherung ab. Ich war dann übrigens doch bei dem Konzert, aber für heute soll es reichen.

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2 Antworten zu Sport ist Mord II

  1. Mrs Postman schreibt:

    Schultersprechstunde? Was es nicht alles gibt. Weiterhin gute Besserung 🙋

    Gefällt 1 Person

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