Sport ist Mord I

Nun habe ich länger nichts geschrieben und tue es heute einhändig bzw., um genau zu sein, sogar einfingrig, was, wenn man es gewohnt ist, mit 10 Fingern (und in guten Zeiten rund 400 Anschläge pro Minute) zu schreiben, eine echte Geduldsprobe ist. Und das Ganze nur, weil ich nicht daran gedacht habe, dass die Zeiten für jugendlichen Übermut wohl vorbei sind. Dabei hatte alles so gut angefangen…

Ich hatte eine ziemlich lange Wanderung im schönen Wiehengebirge gemacht und es stand nur noch der Abstieg vom Zielpunkt in den Ort Richtung Bahnhof an. Da ich noch genug Energie für den oben erwähnten Übermut hatte, beschloss ich, den abschüssigen Weg durch den Wald im Laufschritt zu bewältigen. Schließlich hatte er eine geschlossene, um nicht zu sagen glatte, Oberfläche, das Risiko, durch loses Geröll oder Baum­wurzeln zu Fall zu kommen, war also gleich null. Leider hatte ich nicht bedacht, dass dafür die Wahr­schein­lich­keit, mit grob­stolligen Schuhen bei auch nur leichter Feuchtigkeit auszurutschen, dafür steil anstieg. So kam es dann auch – bevor ich den Gedanken „wieso ist das denn hier glatt?“ zu Ende gedacht hatte, war ich auch schon mit Schwung hingeknallt. Aufgrund meiner tollen Reflexe (hier bitte einen ironischen Tonfall dazudenken) habe ich den Fall geschickt mit dem Arm abgefangen. Als ich mich wieder aufgerappelt hatte, merkte ich, dass die Aktion nicht nur ziemlich weh getan hatte, sondern dass ich meinem linken Arm auch in keine Richtung mehr heben konnte.

Irgendwie habe ich es geschafft, mit hängendem Arm nach Hause zu kommen. Nach meiner anstrengenden und schweiß­treibenden Wanderung mochte ich mich keinem Notfall­ambulanz­team zumuten, und da nichts geschwollen oder offen war, fand ich, ich könnte auch bis zum nächsten Tag warten. Der Besuch beim Orthopäden führte dann zu einer ernsten Miene beim Fachmann und einem zeitnah vereinbarten MRT-Termin, um die erste Diagnose „Supraspinatus­sehne gerissen“ abzusichern. Bis dahin hatte ich mich noch nicht mit dem Thema Schulter auseinandergesetzt, aber ich hatte ja jetzt Zeit.

Die MRT-Untersuchung bestätigte dann den vollständigen Riss der besagten Sehne und dazu noch einen ausgedehnten Muskel­faser­riss. Der Radiologe, der mit mir das Gespräch führte, machte den Eindruck, als wäre er nur mal kurz zwischen zwei Runden Golf reingekommen. Das hat mich an diesen sehr schönen Witz erinnert, der so bekannt ist, dass ich ihn mit copy/paste aus dem Netz fischen konnte:

In den vier Ecken eines Fußballfeldes steht in der einen Ecke ein schlechter Orthopäde, in der zweiten ein guter Orthopäde, in der dritten ein Chirurg und in der letzten Ecke ein Radiologe. In der Mitte des Spielfeld ist ein Pokal mit 10.000 Euro in kleinen Scheinen.
Wer nach dem Startschuss zuerst in der Mitte ist, gewinnt das Geld. Wer ist der Glückliche?

Antwort: Der schlechte Orthopäde.
Begründung: Gute Orthopäden gibt es nicht, der Chirurg hat die Regeln nicht begriffen und der Radiologe macht sich für 10.000 Euro nicht die Schuhe schmutzig.

Das sind natürlich alles nur schäbige Klischees…

Weiter geht’s im nächsten Beitrag – mit dem 1-Finger-Tippen reicht es für heute.

 

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3 Antworten zu Sport ist Mord I

  1. Mrs Postman schreibt:

    Das hast du gut gemacht – mit einem Finger 😉
    Gute Besserung 🙋

    Gefällt 1 Person

  2. Lo schreibt:

    Das mit den 400 Anschlägen pro Minute zu schreiben, ist schon mutig.
    Da werden die Sicherheitsbehörden sicher nun ein wachsames Auge auf Dich haben…
    Beste Grüße!
    😉

    Gefällt 1 Person

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