Wissenswertes über Mexiko

Im Zuge der ganzen Diskussionen um den Mauerbau zwischen den USA und Mexiko fiel mir irgendwann auf, dass ich relativ wenig über Mexiko weiß. Außer dass es südlich an die USA grenzt – diese Erkenntnis war nicht allzu schwer.
Und dass es dort eine weit über die Landesgrenzen, ja sogar über den Kontinent hinaus bekannte Aggro-Elektromusik-Szene gibt, aus der uns (naja, einigen von uns) Kapellen wie Hocico und C-Lekktor bekannt sind. Hocico vollbringt übrigens manchmal einen sehr netten Spagat zwischen Mariachi-Musik und grobgeschnitztem Elektrokrach, zu sehen und zu hören hier (der Übergang von Tradition zu Moderne liegt bei ca. 6:30 min.).

Da ich doch ein bisschen mehr wissen wollte, insbesondere, warum eigentlich Mexiko so extrem unter Bandenkriegen von Drogenkartellen zu leiden hat, habe ich mal ein bisschen gestöbert. Wenig bekannt ist wahrscheinlich, dass Mexiko mit seinen rund 120 Millionen Einwohnern immerhin das fünftgrößte Land auf dem amerikanischen Doppelkontinent ist, und dass der Südrand der USA (von Kalifornien bis hinüber nach Texas) erst Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg von Mexiko an die USA ging. Jetzt weiß ich auch, warum San Diego, Los Angeles, San Francisco usw. so heißen, wie sie heißen…

Hier hatte ich ein Bild von der mexikanisch-amerikanischen Mauer eingefügt, aber der beste Begleiter von allen musste unbedingt mäkeln, dass das eine Urheberrechtsverletzung sei usw. usf. Und da er, wie so häufig, nicht vollkommen unrecht hat (und ich das Wasserzeichen des Urheberrechtsinhabers auf dem Bild übersehen hatte…), hier ein Link zu einem Bild 🙂 :

http://www.handelsblatt.com/politik/international/grenzen-weltweit-menschen-mauern-und-militaerbewachung/4467698.html

Nun fragt man sich also: wenn diese Mexikaner auch ganz normal Städtebau und Zivilwirtschaft betreiben können, warum müssen die denn dann unbedingt einen Krieg im eigenen Land führen? In den letzten Jahren hat dieser in Mexiko ungefähr 50.000 Menschenleben gekostet.

Im mexikanischen Drogenkrieg kommt richtig schweres Kriegsgerät zum Einsatz. Vieles davon wird illegal aus den USA eingeführt, dort sind nämlich diese „Kriegsschusswaffen“, so heißen sie nach dem deutschen Kriegswaffenkontrollgesetz, in einigen südlichen Bundesstaaten frei verkäuflich. Die Drogen wiederum, insbesondere Kokain, kommen großenteils aus Kolumbien und werden in die USA zum dortigen Konsum geschmuggelt.

In Mexiko sterben also Menschen durch Waffen aus den USA wegen Drogen, die für die USA bestimmt sind. Und als wäre das nicht schon absurd genug, tut nun der neue amerikanische Präsident so, als sei der Mexikaner an sich eben ein krimineller Grenzverletzer, den es möglichst aus dem schönen, sauberen, eigenen Land herauszuhalten gilt.

Da wundert man sich auch nicht mehr, dass aus dem Land der Sombreros eher Aggrotech-Musik kommt als Mariachi-Klänge…

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s