Meine Filterblase?

Heute ein spontaner Beitrag in eigener Sache (wobei natürlich Blogbeiträge meist in eigener Sache sind). Ich habe mich vor nicht allzu langer Zeit nachdenklich darüber geäußert, ob große Followerzahlen unbedingt ein Qualitätsmerkmal eines Blogs sind. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das nicht unbedingt so ist. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle meine Follower 🙂 !

Meine Kommentarfunktion ist „genehmigungsfrei“, Kommentare werden also unmittelbar veröffentlicht, ohne dass ich sie freigeben muss. Das soll auch eigentlich so bleiben [edit: wie schnell sich die Dinge ändern – sie sind nicht mehr genehmigungsfrei]. Was ich aber ganz sicher nicht möchte, ist, dass mein Blog verstopft wird mit dem, was allenthalben ins Netz gerotzt wird, und zwar aus der Kategorie „Merkel muss weg“, „alles Scheiße hier“ und „früher ging’s uns besser“. Das soll nicht heißen, dass ich alles toll finde, was Frau Merkel macht, dass ich in Deutschland alles super finde, oder dass ich der Meinung bin, heute würden wir alle im Paradies leben und es gäbe keinen Grund zur Klage oder Beschwerde.

Aber die ewig gleichen Parolen von notorisch unzufriedenen Zeitgenossen sind wirklich besser da aufgehoben, wo andere sie auch loswerden: zum Beispiel in „sozialen“ Netzwerken, wo sie, egal ob es um Rosenzucht, kalte Füße oder Fußball geht, immer und zuverlässig gepostet und massenhaft geliket werden. Man kann damit auch einen eigenen Blog aufmachen, in dem man nach Herzenslust seine Meinung verbreiten kann. Und ich bin sicher: bei solchen Seiten gehen die Zahlen der Gleichgesinnten und Follower durch die Decke.

Natürlich habe ich überlegt, ob ich mir gerade meine eigene Filterblase bastele. Aber wenn krude Kommentare auf meinem Blog landen, muss ich mich irgendwie dazu verhalten: ignorieren hieße zu tolerieren bzw. eine Plattform zu bieten; reagieren kann schnell in eine recht anstrengende Spirale münden, und ich möchte keine Trolle füttern.

Und für mich gibt es immer noch einen Unterschied zwischen – auch konträren oder kritischen – Meinungen/Kommentaren auf der einen Seite, die auf jeden Fall willkommen sind, und Parolen, die unterschiedslos immer und überall in derselben Weise wiederholt werden, auf der anderen Seite.

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