Dschungelcamp 2017

Die neue Staffel „Dschungelcamp“ ist angelaufen. Ich gucke diese Sendung nicht, auch nicht das große Finale, allerdings die Zusammenfassungen von Lästermaul Oliver Kalkofe, das sollte reichen. Alles andere wäre Verschwendung von Lebenszeit.

Lebenszeit verschwenden tut natürlich jeder mal, das gehört dazu. Aber dafür habe ich schließlich alle Staffeln von „Two and a Half Men“.

Ich bin immer wieder verblüfft, dass dieses Format so sagenhaft erfolgreich ist, was die Einschaltquoten angeht. Und es sind ja nicht nur die Tiefflieger in Sachen Bildung, die diese Sendung mit Begeisterung schauen.

Ich wollte doch wenigstens wissen, über wen eigentlich der Herr Kalkofe so herrlich lästert, also habe ich mir mal die Liste der Kandidaten angeguckt:

Marc Terenzi: Marc wer? Ach, der Ex von Sarah Connor und Ex-Kurzzeitteilnehmer von „Let’s Dance“.

Gina-Lisa Lohfink: „bekannt“ geworden als Zwölftplazierte (bedeutet das nicht ungefähr: Letzte?) bei einer frühen Staffel von „Germany’s Next Top-Model“. Und so richtig bekannt und sogar zum Schützling von Alice Schwarzer geworden, weil ein bunter Abend mit zwei Herren irgendwie aus dem Ruder lief, wobei nicht ganz klar war, ob Frau Lohfink mit der Abendgestaltung als solcher nicht einverstanden war (womit sie vor Gericht nicht durchkam) oder mit der Tatsache, dass Teile davon gefilmt und ins Netz gestellt wurden.

Florian Wess: war mal bei „Big Brother“ und „Frauentausch“ und hat als Küchenhilfe für Helena Fürst (!) gearbeitet. Und war eine Zeitlang der Partner von Helmut Berger.

Sarah Joelle Jahnel: hat im extrem innovativen Format „Adam sucht Eva“ mitgemacht, war also nackig.

Alexander „Honey“ Keen: Exfreund der jungen Frau, die die letzte Staffel von „GNTM“ gewonnen hat. Also zu Recht völlig unbekannt. Ich möchte es an dieser Stelle allerdings ausdrücklich als Zeichen der Gleichberechtigung von Mann und Frau gutheißen, dass es mittlerweile auch Männern möglich ist, sich in die Öffentlichkeit zu schlafen.

Nicole Mieth: ich kannte sie bisher nicht, aber offenbar hat sie noch einen Ruf als Schauspielerin zu verlieren und passt deshalb so gar nicht in die Reihe der Ex-D-Promis und ihrer Ex-Partner/innen, -Nachbarn oder -Pinkelbeckenbekanntschaften.

Jens Büchner: Manchen bekannt als „Auswanderer“ in „Goodbye Deutschland“. Mehr muss man über ihn nicht wissen.

Hanka Rackwitz: war auch mal bei „Big Brother“ und hat bei „Mieten, kaufen, wohnen“ mitgespielt. Sie hat übrigens Lehramt für Germanistik und Kunst studiert – ihre Eltern müssen sehr stolz auf sie sein.

Thomas „Icke“ Häßler: den kenne ich ja sogar noch als Fußballer! Und das war doch ein ganz Netter… Soll wohl eine teure Scheidung zu finanzieren haben.

Fräulein Menke: man glaubt es ja kaum! Erst Joachim Witt, der meiner Meinung nach seinen Ruf als ernstzunehmender Musiker durch seine Teilnahme am letzten Dschungelcamp pulverisiert hat, und jetzt noch ein Überbleibsel aus meiner Spätjugend – „Hohe Berge“-Fräulein Menke… Von der hatte ich allerdings nach diesem schrägen „Hohe Berge“-Ding buchstäblich nichts mehr gehört.

Markus Majowski: schon eher bekannt, z. B. aus „Die dreisten Drei“ und der Telekom-Werbung. Bei dem verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was er im Dschungelcamp verloren hat. Der könnte doch auch so noch Geld verdienen. Andererseits: wer kokst und säuft, der kann auch ins Dschungelcamp gehen.

Und last but not least:

Kader Loth: nicht mehr ganz jung und angeblich insolvent. Und, was wenige wissen: Frau Loth war mal auf dem besten Weg, dem „Literarischen Quartett“ Konkurrenz zu machen, und zwar mit der Sendung „Lotheratur“ auf einem Spartensender. Die Mitschnitte, die es davon auf Youtube gibt, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen!

Es muss wirklich mit dem tiefsten Urinstinkt zu tun haben, dass so viele Zuschauer gebannt verfolgen, wer wen beleidigt, wer welches Ungeziefer fressen muss, und wem gerade die Sicherung durchbrennt. Aber ist doch auch ganz schön: sooo schlecht kann es uns nicht gehen, wenn wir uns solche Shows noch leisten können. Oder ist das, im Gegenteil, eben ein Zeichen unserer verzweifelten Lage, dass wir uns wenigstens zwischendurch mal richtig fremdschämen wollen?

 

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3 Antworten zu Dschungelcamp 2017

  1. wortgerinnsel schreibt:

    Ich mußte mir erst neulich vom 16 jährigen Sohn meines Lebensgefährten sagen lassen, seit ich auf der Bildfläche erschienen sei, liefe ständig Doofen TV. Ich war geschockt. Es stimmt natürlich üüüüüberhaupt nicht. Seit ich da bin, läuft im Gegenteil öfter mal was Intellektuelles wie Tatort. Oder Dr House. Aber was der Kurze (fast 1,90) damit eigentlich sagen wollte, war, dass, seitdem ich den Männerhaushalt aufmische, er so Sachen wie die Simpsons und eben Dschungel Camp gucken darf. Weil die Frau des Hauses es guckt und sein Vater brav gehorcht. Der wiederum wollte neulich Bauer sucht Frau gucken. Das kam NICHT von mir, ich schwöre 😉

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