Spanking und Katzenvideos

Dies ist ein Text, der nur am Rande von Spanking und Katzenvideos handelt. Und gar nicht, wirklich gar nicht, von Spanking bei Katzen! Aber ich kann ihn auf diese Weise wunderbar „verschlagworten“ bzw. „taggen“, wie es neudeutsch heißt. Und damit werde ich bestimmt einen ganz grandiosen Traffic auf dieser Seite erzeugen! Um noch besser verschlagworten zu können, werde ich im Verlauf dieses Textes weitere besucherträchtige Vokabeln verstecken  :-). Und eine Lebensweisheit, die man wirklich gebrauchen kann!

Aber ein winziges bisschen Inhalt gibt es auch. Jedenfalls so viel, wie zum Beispiel ein Splatter­film oder ein übler Porno braucht, um von einer wichtigen Szene zur nächsten über­zuleiten. Sonst könnte man ja einfach 90 Minuten wildes Ab­schlachten oder aus­giebigstes Penetrieren hintereinander­schneiden. Aber das will auch der Zuschauer nicht, man hat ja einen kulturellen Anspruch!

Als Blogger schwankt man zwischen Quantität und Qualität nicht nur im Hinblick auf die eigenen Beiträge, sondern auch auf die Zahl der (angestrebten? gewünschten?) Follower. Wobei der Zusammenhang so klar gar nicht ist: fehlende Quantität bei den Beiträgen zum Beispiel ist als solche noch kein Beweis für Qualität; das redet man sich manchmal auch schön. Man kann durchaus schlecht schreiben und unproduktiv sein. Im Hinblick auf die Zahl der Follower könnte es eher noch im umgekehrten Fall zutreffen: massenkompatibel kann mit hoher Qualität einhergehen, muss aber nicht.

Die Bloggerin blickt also mal wieder trübsinnig auf ihre Besucherstatistik und denkt sich: „Verdammt, warum kann ich nicht auch sechsstellige Followerzahlen haben? So schlecht sind doch meine Beiträge gar nicht!“

Na gut, es gibt hier keinen erotischen Fortsetzungsroman, dessen täglicher Beitrag optimiert für das Handydisplay ist. Bisher habe ich auch noch keine Katzenvideos, keine „Merkel muss weg“-Parolen und fast keine Lebensweisheiten in diesem Blog untergebracht, bis auf diese eine:


„Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es meistens auch nicht wahr!“


Da darf man ruhig mal drüber nachdenken.

Wie schon oben erwähnt, gibt es hier auch keine detaillierte Abhandlung über die ver­schiedenen Varianten von Spanking, die Gerätschaften, die man dabei verwenden kann, sowie Links auf einschlägige Kontaktseiten. Überhaupt sind mir thematisch schon Grenzen gesetzt, weil dieser Blog auch von Menschen gelesen wird, die ich persönlich kenne (warum musste ich auch den Blognamen rausposaunen???). Mit dem Abtauchen in die schützende Anonymität des Internets wird es also ebenfalls nichts.

Andererseits: wenn Menschen mir nur wegen Katzenvideos (oder von mir aus auch eines halbautobiografischen Fortsetzungshardcorepornos) folgten, nicht aber wegen meiner sorgfältig aufbereiteten Ausführungen zur Beitragsbemessungsgrenze in der Sozial­versicherung – wäre das besser? Ich kenne Seiten, die haben Un­mengen von Followern, da wird kommentiert, dass die Tastatur glüht. Und bei was? Ja, genau, Tier­bilder und Sonnen­unter­gänge. Oder Berichte über Furunkel­beseitigungen.

Ich habe mal auf Facebook ein „Foodporn“-Bild gepostet. Bei echtem Porno wäre es die Variante „Missionarsstellung im Schummerlicht“ gewesen: Frika­dellen und Kartoffel­brei. Aber selbstgemacht. Und mit appetitlich glänzenden Zwiebel­ringen, denen noch ein Hauch zerlassene Butter anhaftete, auf dem Kartoffel­brei. Ich glaube, so viele Likes hatte bisher kein einziger meiner Facebook-Beiträge. Und es gab auch eine Menge Kommentare.

Jedenfalls habe ich, ermuntert durch die positiven Reaktionen auf die Frikadellen, kurze Zeit später noch mal ein Essensbild gepostet: mediterranes Gemüse im Ofen zu­bereitet mit feiner, exotischer Fleisch­auflage. Das hat keinen interessiert! Möglicherweise bekommen selbst­gedrehte Pornos ohne Akrobatik und mit nicht unbedingt kamera­­tauglicher Performance auch mehr Auf­merk­sam­keit als ein top-professioneller Clip mit Menschen, die keiner kennt. Und mehr Kommentare auch…

Wenn man nicht gerade zu den wirklich brillanten Köpfen gehört, die zeit­lose Weis­heiten für die ganze Welt ver­öffent­lichen (und mal ernst­haft: wer so gut ist, macht das für Geld und nicht gratis nebenher), dann muss man wohl blog­technisch doch eine Ent­scheidung treffen. Zwischen Frika­dellen und medi­­terranen Gemüse­­platten, zwischen Rettungs­aufrufen für rumänische Straßen­hunde und Urlaubs­schnapp­schüssen. Es bleibt ja immer noch die Mög­lich­keit, zwischendurch doch mal ein Katzenbild zu posten.

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