Sigmar Gabriel – die personifizierte Profillosigkeit

Da sitzt man, wie es sich für einen guten Bundesbürger gehört, am Frühstückstisch und liest die „Süddeutsche“. Und dann das:

Eine Anzeige des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, BMWI, zum Thema TTIP. Ganzseitig erklärt Sigmar Gabriel die Vorzüge des geplanten, oder wie manche munkeln, praktisch schon eingetüteten, transatlantischen Handelsabkommens. Wobei er eigentlich genau das nicht tut. Unter der schwungvollen Überschrift „TTIP: eine Absenkung der erreichten Standards wird es nicht geben.“ reih(er)t Herr Gabriel nichtssagende Worthülsen und wohlfeile, wenn auch völlig inhaltsleere Parolen aneinander, bei denen der/die geneigte Leser/in auch nach dem dritten Lesen keine Ahnung hat, was uns der feiste Spitzenkandidaten-Imitator eigentlich auf einer ganzen, sicher nicht billigen, Zeitungsseite sagen will:

ttip_gabriel

Wir haben den Text auf Herz und Nieren geprüft und folgende mögliche Botschaften hinter der vordergründig wie eine harmlose, wenn auch dreiste Volkssedierung daherkommenden Aussage entdeckt:

  • Ich bin gerade dabei, Volk, Vater(/Mutter/)land und politische Heimat zu verraten, aber der Gerhard hat’s ja auch gemacht und geschadet hat’s ihm nicht.
  • Ich bin mit meinen jugendlich wirkenden 56 Jahren schon so alt wie manch ein Ex-Bundespräsident und muss sehen, wo ich nach meiner beispiellosen politischen Karriere bleibe (auch das hat ja der Gerhard vorgemacht).
  • Ich habe, wie die meisten meiner Kolleg/inn/en, im Grunde keine Ahnung, worum es bei TTIP eigentlich geht. Aber „nein“ dazu sagen darf ich nicht wegen meiner postpolitischen Planung, siehe vorheriger Punkt, „ja“ sagen auch nicht, sonst fragen sich die Wähler/­innen zu Recht, wieso sie eigentlich nicht gleich die FDP gewählt haben. Also schwafele ich vor mich hin und hoffe, dass niemand merkt, was für sinnfreie Wortketten mir die Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit da zusammengezimmert haben.
  • Die Lobbyisten der international operierenden Unternehmen wollten das Geld für eine so teure Anzeige sparen (Stichwort: Shareholder Value), darum hat das BMWI das für sie übernommen, schließlich ist Wirtschaftsförderung unser Job.
  • Meine Argumente „pro TTIP“ sind so schlecht, dass ich links unten im Text sogar das billige Totschlagargument „den Kindern in Afrika geht’s noch schlechter als euch, aber ihr meckert trotzdem“ abkupfern musste.
  • Bitte, liebe Angela, lass mich während deiner nächsten Amtszeit noch mal dein Befehlsempfänger sein!
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