In der Sauna

Winterzeit ist Saunazeit. Was für eine schöne Art, den Tag zu verbringen – entspannt in der Sauna schwitzen, im Ruhe­raum dösen, im hoffent­lich vorhandenen Becken ein paar Bahnen textil­frei schwimmen… Wenn, ja wenn da nicht störende Einflüsse wären, die die Ent­spannung doch empfindlich ein­schränken können. Um sie zu vermeiden, müsste man aller­dings die Sauna komplett an­mieten, denn die störenden Ein­flüsse sind: andere Sauna­besucher. Ich weiß, niemand ist eine Insel, aber es gibt Dinge im textil­freien Miteinander, die wirklich nicht sein müssen.

Hier meine Hitliste der Verhaltensweisen, für die man als Saunagast riskiert, von anderen auf dem Saunaofen oder im Tauch­becken fixiert zu werden (die Reihenfolge ist zufällig):

– Wir haben tatsächlich schon erlebt, wie jemand sich an den Fußbadebecken die Zehen­nägel geschnitten hat – und als wäre das nicht schon schlimm genug, hat er die abge­schnittenen Nägel nicht mal eingesammelt.

– Warum in der Sauna nicht das machen, was auf Malle gang und gäbe ist: schön die persön­liche Liege in Ruhe­raum mit einem Hand­tuch reservieren und dann erstmal für eine Stunde verschwinden. Wir haben in einem Raum bei 12 Liegen ganze 8 (leere) „reservierte“ gezählt…

– Wenn wir schon mal beim Ruheraum sind: der Ruheraum heißt Ruheraum, weil dort Ruhe herrscht – oder herrschen soll. Das hält Sauna­besucher beiderlei Geschlechts nicht davon ab, sich un­unter­brochen zu unter­halten – entweder in gut hörbarer Zimmer­laut­stärke oder mit einem „Theaterflüstern“, das auch noch in 20 m zu verstehen wäre.

– Das Plaudern in der Sauna selbst wird auch nicht von jedem goutiert – man/frau dürfte durchaus überlegen, ob man evtl. die anderen Be­sucher stört, denn nicht jeder möchte alle Einzel­heiten aus den letzten sechs Wochen wissen, in denen sich die Gesprächs­partner nicht gesehen haben.

– Der Grund, warum ich überlege, tatsächlich mal am „Damentag“ in die Sauna zu gehen: es gibt verblüffend viele Männer, die permanent eine Geräusch­wolke um sich herum wabern lassen: sie betreten räuspernd die Sauna, klettern ächzend die Bänke hoch, legen sich grunzend auf ihrem Hand­tuch zurecht, schnaufen alle paar Sekunden hörbar auf, zwischen­durch wird weiter gestöhnt und auch mal ordentlich der Schleim aus dem Rachen­raum geholt. Das kann doch nicht mit dem y-Chromosom zusammen­hängen!

– Es macht keinen Krach, es riecht auch nicht, aber wirklich schön ist es auch nicht: wir waren mit einem Mann zusammen in der Sauna, der irgend­wann keine Lust mehr hatte, auf dem Rücken zu liegen. Also hat er sich auf die Seite gedreht, die Beine an­gewinkelt, und seinen knochigen Hintern in den Raum gereckt. Besonders effekt­voll war das, weil er es sich auf der obersten Bank bequem gemacht hatte.

Aber wehe, man hätte mal einen harm­losen Quickie in den Sauna-Räumlich­keiten. Dann würden einen die Spießer wahrscheinlich nicht nur raus­werfen, sondern man würde wohl sich auch noch ein Haus­verbot einhandeln…

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