Gutmensch sein und Steuern sparen

In der Vorweihnachtszeit werden sie wieder verstärkt geklebt: die Plakate, auf denen um Spenden für arme Menschen in noch ärmeren Ländern gebeten wird.

Im Vorbeigehen an solch einem Plakat dachte ich kürzlich „Einfacher wäre es ja, gleich fair gehandelte Waren zu erwerben, anstatt Billigkram zu kaufen und dann die Menschen mit Spenden durchzufüttern, die diesen Billigkram auf Kosten ihrer Gesundheit und Umwelt hergestellt haben“.

Zielgerichteter und vor allem fairer wäre es schon, allerdings – zynisch, aber wahr – steuerlich unklug: fair gehandelte Ware kauft man einfach für teures Geld und das war’s. Wer dagegen Billig­klamotten kauft und dann den Differenz­betrag zu fair gehandelter Kleidung an eine gemeinnützige Hilfs­organisation spendet, die wiederum davon die Opfer von Fabrik­einstürzen, Fluss­vergiftungen und sonstigen Katastrophen aus Menschenhand unterstützt, kann das von der Einkommensteuer absetzen…

Und als wäre das noch nicht genug, fühlt man sich doch gleich um einige Gesellschafts­klassen nach oben befördert, wenn man mit der einen Hand ausbeuten und mit der anderen nach Gutdünken Almosen verteilen kann!

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