Sprachmüll, den die Welt nicht braucht:

„Lichtjahre“ in der Verwendung als Zeiteinheit.
„Über-100 %-Formulierungen“ wie „da bin ich nicht nur 100 % sicher, sondern sogar 1000 %“.
Wenn der Begriff „Quantensprung“ für einen besonders großen Entwicklungsschritt gebraucht wird.
„Das macht Sinn“ – schlechte Grammatik ist nie gut.
„Bauchgefühl“ – im Gegensatz zu was? Fußgefühl?
Der Gebrauch des Genitivs, wo der Dativ gefordert ist, um damit eine höhere Sprachebene vorzuspiegeln.

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3 Antworten zu Sprachmüll, den die Welt nicht braucht:

  1. Martin schreibt:

    Hi Andrea, ein Bingo für „Bauchgefühl“. Kenne ich nur im Zusmmenhang mit dem Genuß von zuviel Gänsebraten. Ist wohl nur so prominent, weil es leichter zu schreiben ist als „Intuition“.

    Jetzt mal laut nachgedacht, oder – auf vornehm – ein Diskurs. „Das macht Sinn“: prinzipiell hast Du Recht, schulbuchmäßig ergibt sich Sinn. Aber, wenn etwas „Spaß macht“, also hervorruft, dann kann es doch auch Sinn machen, oder? Ganz streng gesagt wohl eher nicht, denn der Sinn wird ja nicht hervorgerufen, sondern wohnt dem Sachverhalt inne. Also „macht“ etws keinen Sinn, aber genauso wenig „ergibt“ dann etwas Sinn. Die einzig richtige Formulierung wäre also „das ist sinnvoll“. Trifft aber nicht den Kern der Aussage von „das macht Sinn“. „Sinnvoll“ geht zu sehr Richtung „zweckmäßig“. Müssten wir dnn nicht streng genommen sagen „das hat Sinn“? Wat nu, Mrs Blog?

    „Quantensprung“: Einspruch! M Mng nach geht es da nicht um „besonders groß“ allein, sondern um das Element des Unvorhergesehenen oder, Achtung: Sprachleckerli!, Emergenten. So nach dem Motto „Gestern wars noch nicht da und heute: Zack.“. Wie diese kleinen niedlichen Quanten eben so sind. Vorschlag: Quantensprung ist akzeptabel, sollte aber nicht für das x-te Modell eines iPhone verwendet werden.

    Abschließend: „Der Gebrauch vom Genitiv, wo der Dativ gefordert ist, um damit eine höhere Sprachebene vorzuspiegeln.“ Sagt man so hier bei uns.

    Beste Grüße!
    Martin, formerly known as ebi

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    • Anonymous schreibt:

      Lieber Martin,

      danke für deinen Kommentar.

      Ich hatte gedacht, ich spare es mir mal, zu jedem Ausdruck eine ausführliche Erläuterung zu schreiben, warum er in meiner Liste erscheint und was ich daran besonders unpassend finde – wir sind ja hier nicht bei Mario Barth :-).
      Dafür muss ich jetzt mit Fehlinterpretationen leben…

      Das „Bauchgefühl“ stört mich nicht, weil man stattdessen „Intuition“ sagen könnte (es lebe der Fremdwortgebrauch!), sondern weil es etwas von einem Pleonasmus hat. „Aus dem Bauch heraus“ oder „nach Gefühl“ reicht völlig aus.

      Da gut kopiert oftmals besser ist als schlecht selbstgemacht, zitiere ich zum „Sinn machen“ Bastian Sick, den Zwiebelfischer vom Spiegel:

      „Das Verb „machen“ hat die Bedeutung von fertigen, herstellen, tun, bewirken; es geht zurück auf die indogermanische Wurzel mag-, die für „kneten“ steht. Das erste, was „gemacht“ wurde, war demnach Teig. Etwas Abstraktes wie Sinn lässt sich jedoch nicht kneten oder formen. Er ist entweder da oder nicht. Man kann den Sinn suchen, finden, erkennen, verstehen, aber er lässt sich nicht im Hauruck-Verfahren erschaffen.

      Die deutsche Sprache bietet viele Möglichkeiten, den vorhandenen oder unvorhandenen Sinn auszudrücken. Neben „Das ist sinnvoll“ ist ebenso richtig: „Das ergibt einen Sinn“, „Das hat einen Sinn“, „Ich sehe einen Sinn darin.“… “

      Sein Text zum Sinn ist noch deutlich länger, aber das kann jeder selbst bei ihm nachlesen.

      Zum Quantensprung gibt es nichts hinzuzufügen – jeder darf seine eigene Meinung haben, und meine ist, dass ein Quantensprung in der im Beitrag genannten Bedeutung Unsinn ist.

      Viele Grüße
      Andrea

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