Fremdwort-Affinität

Jemand in meinem Bekanntenkreis benutzt sehr gern den Ausdruck „d’accord“ (und zwar so, wie wir das in Ostwestfalen aussprechen: dakkoah). Das ist aus dem Französischen übernommen und heißt soviel wie „einig, einverstanden, einer Meinung“. Entsprechend dieser Bedeutung wird „d’accord“ auch grammatikalisch behandelt, nämlich in Satzkonstruktionen wie z. B. „sind wir in diesem Punkt d’accord?“ oder „da bin ich nicht d’accord“. Die betreffende Dame allerdings sagt in der Regel so etwas wie „ist diese Angelegenheit jetzt d’accord?“, was ein bisschen peinlich ist, weil es zeigt, dass sie diesen Ausdruck besser aus ihrem aktiven Wortschatz streichen sollte.

Nun kann man geteilter Meinung sein, ob man überhaupt Fremdwörter benutzen sollte, wenn es dafür deutsche Entsprechungen (oder auch Pendants…) gibt. Es gibt gute und weniger gute Gründe für ihre Verwendung, man kann sich aber auch bemühen, sie zu vermeiden (was gar nicht so einfach ist).

Als beliebter Zeitvertreib bei extrem langweiligen Besprechungen wird das Bullshit-Bingo empfohlen, das auf der inflationären Verwendung von Fremd- bzw. Schlagwörtern aufbaut. Es sieht ungefähr so aus: http://www.humor.ch/hotpics/Bullshit-Bingo.pdf, aber es gibt ’zig Abwandlungen für verschiedene Branchen und Berufsgruppen im Netz.

Nun, egal aus welchem Grund man Fremdwörter benutzt: wenn man sie denn verwendet, sollte man wissen, was sie bedeuten und wie man mit ihnen umgeht. Denn nichts ist peinlicher, als wenn einen jemand – möglichst vor Publikum – bei Benutzung eines Fremdwortes fragt „was bedeutet denn dieses Wort genau?“. Man ist überrascht, wie viele Fremdwort-Terroristen dann ins Stammeln und Stottern geraten und letztlich mit roten Ohren zugeben müssen, dass sie das so genau auch nicht wissen.

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2 Antworten zu Fremdwort-Affinität

  1. Carsten schreibt:

    nach intensivem Studium des hier publik gemachtem, exaltiertem Gebarens.,,, komme ich zu dem Schluss das mir nun die Wörter ausgehen…
    Schöne Grüße aus dem Lipperland,

    Gefällt mir

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